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Vom Leistungssporter zum Nationaltrainer PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 24. September 2013

Vom Leistungssportler zum Nationaltrainer (Taekwondo Aktuell)

 

Manuel Mark war in seiner aktiven Zeit der erfolgreichste österreichischer Vollkontakt-Sportler. 2012 beendete er seine Karriere und ist seit Anfang dieses Jahres als Nationaltrainer für den Österreichischen Taekwondo Verband tätig. Wir sprachen über den Abschied vom Leistungssport und seine Ziele als Trainer.

                                                

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TA: Herr Mark, wann reifte in Ihnen der Entschluss, sich nach ihrer aktiven Zeit weiter als Trainer für Taekwondo und den ÖTDV zu engagieren?

Manuel Mark: Schon als ich noch Sportler war, gab ich Training in unserem Verein. Wegen der Vorbereitung für Olympiaqualifikation 2012 musste ich das dann leider einschränken. Aber für mich stand es immer außer Frage, dass ich nach 2012 wieder als Coach aktiv werde. Ich möchte meine Erfahrungen, die ich als Sportler gemacht habe, jetzt an den Nachwuchs weitergeben.

 

TA: Ist Ihnen der Abschied vom aktiven Leistungssport schwer gefallen?

Manuel Mark: Ich war nach den beiden Qualifikationsturnieren 2011 und 2012 gesundheitlich sehr angeschlagen, das hat mir das Aufhören natürlich erleichtert. Einen weiteren olympischen Zyklus mit vollem Einsatz zu trainieren, wäre mir unter diesen Umständen kaum möglich gewesen.

 

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TA: Sind Sie heute den gesamten Leistungssportbereich zuständig?

Manuel Mark: Ich betreue den Senioren- und den Juniorenbereich. Bei den Junioren habe ich die Unterstützung von National-coach Roland Zaggl. Wir haben auch noch zwei BLZ Trainer die mich unterstützen. Ich bin also nicht ganz allein.

 

 

TA: Bleibt Ihnen da noch Zeit für Hobbys oder für Ihre Nebentätigkeit als Model?

Manuel Mark: Für Hobbys überhaupt nicht, für das Modeln sehr wenig. Lediglich in meinem Verein Taekwondo Steinach bin ich nebenbei noch als Trainer aktiv, wenn mir Zeit bleibt.

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TA: Wenn man die Arbeit mit Spitzensportlern gewohnt ist, ist es dann nicht schwierig sich auf Kinder oder völlig Taekwondo Neulinge einzustellen?

Manuel Mark: Überhaupt nicht. Gerade das Kindertraining ist natürlich anspruchsvoll, aber es macht mir sehr viel Spaß  - ich muss als Trainer Einsatz bringen, bekomme aber auch sehr viel Positives zurück.

 

TA: Ihr Vater war selbst österreichischer Nationaltrainer. War er ein Vorbild für Sie?

Manuel Mark: Sicherlich. Er war mein erster Trainer, als ich mit fünf Jahren mit dem Taekwondosport angefangen habe. Aber auch als ich mit 19 Jahren nach Innsbruck gezogen bin um Sportsoldat wurde, blieb er mein Vorbild. Während meiner zehn Jahren als Leistungssportler war es immer auch mein Ziel, meinen Vater stolz zu machen.

 

TA: Was macht für Sie einen guten Trainer aus?

Manuel Mark: Ein guter Trainer muss vor allem ein Auge dafür haben, wo die Schwächen seiner Sportler sind – und er muss wissen, wie man daran arbeitet, diese zu überwinden. Außerdem muss er ein Gefühl für den Kampf haben – er muss spüren, was sein Sportler in jeder Sekunde des Kampfes braucht. Ich habe als Coach heute noch oft das Gefühl, selbst auf der Fläche zu stehen – ich denke das hilft mir, meine Sportler einzustellen. Als ehemaliger Leistungssportler kann ich mich außerdem in die Situation der Kämpfer versetzen. Ich weiß, wie sich Erfolg und Misserfolg anfühlen und kann den Athleten helfen, damit umzugehen. Aus diesem Grund finde ich es übrigens auch sehr schade, dass nicht mehr Spitzensportler den Schritt machen und Trainer werden. Unsere Erfahrungen – gute wie schlechte – können dem Nachwuchs helfen.

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TA: Trainieren Sie auch selbst noch mit, wenn Sie mit dem Nationalteam arbeiten?

Manuel Mark: Vor allem bei den Jugendlichen trainiere ich mit, denn ich möchte ihnen ein Vorbild sein.

 

TA: Woran arbeiten Sie momentan vor allem?

Manuel Mark: Die Weltmeisterschaft (Senioren) hat mir gezeigt, dass wir uns noch besser auf das elektronische Wertungssystem  einstellen müssen – das ist ein zentraler Punkt für unser Training in den nächsten Monaten. Das große Ziel, auf das unser gesamtes Leistungssportteam hinarbeitet, ist natürlich die Olympiaqualifikation.

 

TA: Was halten Sie von dem neuen Qualifikationssystem?

Manuel Mark: Ich finde dieses System gut, weil es den Sportlern entgegen kommt.

 

TA: Was ist für Sie persönlich das Schöne an der Trainer Tätigkeit?

Manuel Mark: Es macht mich zufrieden wenn ich erlebe, wie die Sportler meine Anweisungen hundertprozentig annehmen und sich bemühen, sie möglichst perfekt umzusetzen. Dieses positives Feedback ist mir wichtig.

 

TA: Was hat Sie seit ihrem fünften Lebensjahr beim Taekwondo gehalten?

Manuel Mark: Zum einen natürlich der Sport an sich, der den ganzen Körper fordert, die Vielfalt der Bewegung, das Tempo und die Koordination der Techniken. Außerdem wird beim Taekwondo , mehr als bei manchen anderen Sportarten, der Kopf gefordert. Mich hat der taktische Bereich immer fasziniert und ich habe mir als aktiver Sportler fast jeden Abend Kämpfe angeschaut, um die Taktik zu analysieren. Das kommt mir heute als Trainer sehr zugute.

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